Spartan Race Ultra Scotland 2019

Der Spartan Race Ultra in Schottland/Perth musste nach seiner Premiere in 2018 einiges an Kritik einstecken. Zum Jahresbeginn 2018 wurde von Spartan Race verkündet, dass das Format „Ultra Beast“ (42km+) ab sofort verändert wird. Das neue Format „Ultra“ sollte 50km+ haben und dementsprechend eine weitere Steigerung der Herausforderung darstellen. Diese Information schien im September 2018 allerdings noch nicht überall angekommen zu sein, der „Ultra“ in Perth hatte weiterhin etwa 44km, was im Nachgang zur angesprochenen Kritik geführt hat.

 

Ich war bereits 2018 für Perth angemeldet, bin allerdings auf Grund eines Oberarmbruchs zwei Wochen vorher ausgefallen. Sei’s drum, Ticket zurückgestellt und für 2019 angemeldet. Meine inoffizielle Endurance-Trifecta“ (2018er HH und HH12HR sowie der 2019er Ultra) wollte ich mir nicht entgehen lassen.

 

War der Ultra in 2019 geschenkt? Nein, definitiv nicht. Spartan Race UK hat auf die Kritik entsprechend reagiert und den Kurs erweitert. Wie im Vorjahr bestand der Ultra aus zwei Beast-Runden, allerdings in beiden Runden ergänzt um eine Ultra-Loop von ca. 5km! Darüber hinaus mussten auch in diesem Jahr wieder die Sandbag-Carrys und Olympus gedoppelt werden.

Wunderschöne Location!

Ich war bereits am Vortag in Perth angekommen und konnte mir von der Strecke einen ersten Eindruck verschaffen. Die gesamte Rennstrecke war in meinen Augen wunderschön gelegen. Der Start- und Zielbereich lag mitten in einem Park in der Innenstadt. Dort befand sich gleichzeitig einer von zwei Hindernis-Hotspots, die allesamt auf dem letzten Kilometer vor dem Ziel bezwungen werden mussten. Ein weiterer Hotspot lag etwa 3km vor dem Ziel in einem anderen Stadt-Park. Insgesamt muss ich sagen, dass die Strecke vor allem eins war: wunderschön!

Festival Area Spartan Race Scotland Perth 2019

Nach dem Start wurde nach etwa 1km auf die andere Fluss-Seite in die Berge gewechselt, wo sich ein Großteil der Rennstrecke befunden hat. Gelaufen wurde somit größtenteils auf Wald-, Schotter- und Trail-Abschnitten. Ein Großteil der Strecke war somit sehr gut zu laufen, allerdings bestand insb. die Ultra-Loop aus Unterholz, Matsch und unebenen Gelände, sodass diese zum einen kräfteraubend und zum anderen für „Trail-Unerfahrene“ anspruchsvoll zu laufen war.

 

Location Spartan Race Scotland Ultra Perth 2019

An Hindernissen wurde ein Großteil dessen aufgefahren, was Spartan Race derzeit zu bieten hat. In Summe hatte der Ultra  unter anderem 4 Speerwürfe und 4 Sandbagcarrys. Die Sandbagcarrys (je 30kg) mussten wie bereits angesprochen entweder doppelt gelaufen oder mit zwei Säcken auf einmal gemacht werden. Die Ultra-Loop bestand aus einem sehr langem und verdammt schwerem im Hang gelegenen Eimer-Carry, einem Sled-Pull, ein paar Wänden und einem 50m bergauf-barbed-wire-crawl im Unterholz.

 

Pro Runde gab es 8 Getränkestationen, sodass die eigentlich verpflichtende Trinkblase lediglich als „highly recommended“ bezeichnet wurde und somit nicht getragen werden musste. Am Vortrag konnte ein Course-Bag platziert werden, der pro Runde zwei Mal passiert wurde sowie am Morgen vor dem Rennen eine weitere Tasche in der Transit-Zone. In meinen Augen somit mehr als ausreichend Möglichkeiten für Flüssigkeiten, Snacks, Headlamp, etc.

Zwei Hindernis-Battlefields pro Runde

Ein großer Teil der Hindernisse kam wie angesprochen auf den letzten 3-4 Kilometern der jeweiligen Runde. Begonnen wurde mit einem vertikalem Cargo-Netz, Wänden, Ringen, Balance-Balken, Rope-Climb, Sandbag-Carry und einem der Speerwürfe. Knapp 1.5km später kam dann der Ziel-Bereich, wo nach der Traverse Wall direkt Hercules Hoist kam, was in meinen Augen schwerer war als sonst. Danach ging es weiter mit Atlas-Steinen, einem weiteren endlosen Barbwire-Crawl, Slip Wall, einem zweiten Eimer-Carry, Tyrolean Traverse, Monkey Bars mit drei unterschiedlichen Stangen-Höhen, A-Frame und dann endlich das Transit-Zelt… Ab da begann die Runde direkt wieder von vorne.

Spartan Race Multirig Scotland Perth

Das Timecap war in Summe sehr großzügig ausgelegt und betrug je nach Startzeit zwischen 14 und 15 Stunden. Ich war läuferisch dieses Jahr nicht in der Form von 2018 und konnte das Rennen dennoch locker innerhalb des TC schaffen, obwohl ich einige Passagen der zweiten Runde gegangen bin. Nach etwa 11 ½ Stunden und knapp 55km war ich dann quasi im Ziel, wo leider mit dem Streckenaufbau in meinen Augen etwas gepatzt wurde. Den Firejump vor die letzte Kurve zu setzen und dann 2m vor der Ziellinie noch ein letztes Hindernis (Inverted Wall) zu platzieren fand ich vom Streckendesign her echt mies.

Traurige Maßnahmen gegen Betrug...

Spartan Race Ultra Perth 2019 Finisher Foto

Ein Wort noch zur Medaillen-Ausgabe. Diese wurde vom Ziel-Einlauf getrennt, was dann doch enttäuschend ist. Da läufst du nach über 11 Stunden ins Ziel und bekommst nicht deine langersehnte Gürtelschnalle. Die Medaille musste hinter dem Zielbereich im Ultra-Zelt abgeholt werden. Dort wurden am Computer die Checkpoints der Timing-Chips der Läufer geprüft, bevor eine Ausgabe des Blechs erfolgt ist. Es ist traurig, dass mittlerweile solche Maßnahmen nötig sind! Ich hoffe, es hat wenigstens ein paar Betrüger getroffen!

 

Insgesamt fand ich den Ultra in Perth fordernd und vor allem streckentechnisch wunderschön. Der Ultra dürfte zwar weiterhin zu den einfacheren zählen, allerdings wurde auf die Kritik des Vorjahres reagiert. Im kommenden Jahr findet der Spartan Race Scotland allerdings in Edinburgh statt, bleibt zu hoffen, dass wir irgendwann nach Perth zurückkehren können.

Meine ganz persönliche Endurance-Trifecta (HH4HR München und HH12HR Wiener Neustadt 2018 und der Ultra in Schottland 2019)
Meine ganz persönliche Endurance-Trifecta (HH4HR München und HH12HR Wiener Neustadt 2018 und der Ultra in Schottland 2019)