Ultra Viking Warstein 2019

Seit vielen Jahren bietet die Hindernislauf-Serie Strong Viking mit dem Iron Viking (42km) ein Format für die Endurance-Verrückten unter uns an. 2018 überraschten die Niederländer mit der Ankündigung, dass das neue Format Ultra Viking noch eine Schippe drauf legen wird. Das betrifft die Hindernisse (135+), die Kilometer (60km+) und die Höhenmeter.

Eine zweite Ausgabe für 2019 stand relativ schnell fest. Allerdings überraschte Strong Viking Anfang des Jahres mit der Nachricht, dass die Hills Edition in Wiehl in diesem Jahr nicht mehr stattfinden wird. Der Ultra Viking wurde zur neuen Location nach Warstein verschoben, wo es an Höhenmetern ebenfalls nicht mangeln sollte.

Die Herausforderung des Jahres?

Mudbusters beim Ultra und Iron Viking 2019 in Warstein
Ein Teil unserer Starter beim Ultra/Iron Viking

Für einige von uns stand relativ schnell fest, dass der Termin im September eines der Ziele für 2019 darstellen wird. Dennoch war der Respekt vor diesem Format extrem hoch, insbesondere da das Timecap mit lediglich zehn Stunden deutlich knapper bemessen ist als bspw. bei der Konkurrenz von Spartan Race mit dem dortigen Ultra. Hinzu kommen die doch stattlichen 60km+ und die für viele doch ungewohnten Höhenmeter... Insgesamt also perfekte Voraussetzungen für eine herausfordernde Veranstaltung, oder?

 

Im Endeffekt sind drei unserer Muddies beim Ultra an den Start gegangen: Dominik, Gabriel und Lars. Daniel hat aus gesundheitlichen Gründen lediglich das Beast absolviert. Vom Ultra abgesehen sind wir jedoch auch in der OCR Series (Janina) und beim Iron Viking (Lotte und Christian) erfolgreich gestartet.

Der neue Veranstaltungsort rund um die Warstein-Brauerei

Ultra-Starter in Warstein beim Ultra-Viking
Die Ultra-Läufer direkt nach dem Start! Danke an Andi von mudradar.de für die sensationellen Fotos!

Die Location in Wiehl (2017 und 2018) war läuferisch super und herausfordernd, allerdings war die Parkplatzsituation seit jeher als kritisch zu bezeichnen. Auf Grund steigender Teilnehmerzahlen wurde die Edition somit zur neuen Location an die Warstein-Brauerei verschoben. Hat sich dieser Schritt gelohnt? In meinen Augen ja!

 

Die Parkplätze lagen nun direkt am Veranstaltungsgelände auf einer riesigen Wiese und die Fußwege beschränkten sich somit auf ein Minimum. Das Veranstaltungsgelände selber hatte den üblichen Aufbau, allerdings hätten ein paar Quadratmeter mehr gut getan. Auf Grund des eher schlechten Wetters fiel das jedoch nicht sonderlich ins Gewicht.

Für die Iron- und Ultra-Starter gab es direkt am Start eine Transit-Zone, wo eine Tasche mit Nutrition, Wechselklamotten, etc. platziert werden konnte.

Was hatte die Strecke zu bieten?

Das Veranstaltungsgelände selber ist natürlich nur ein vergleichsweise nebensächlicher Teil der Veranstaltung, insbesondere für uns als Läufer! Viel wichtiger ist die Strecke selber.  Und diese war abwechslungsreich und führte zu großen Teilen über Wald und Wiese, an Höhenmetern wurde nicht gegeizt, es waren jedoch in Summe weniger Höhenmeter als in den vergangenen Jahren in Wiehl. Für meinen Geschmack waren es jedoch auch weiterhin mehr als genug...😄

 

Nach dem Start folgte direkt eine etwa einen Kilometer langer Laufpassage, welche mit einer leichten Steigung direkt dazu führte, dass sich das große Ultra-Starterfeld etwas entzerrte. Somit gab es während der ersten Runde keine relevanten Wartezeiten, was bei einem Massenstart positiv hervorgehoben werden sollte.

Es folgte eine kleine Skipiste, die sich im Verlauf des Rennens noch zum Hass-Objekt der Ultras entwickeln sollte, dazu später jedoch mehr...

 

Insbesondere der Warrior-Teil der Strecke hatte einige Steigungen, die den Teilnehmern das Tempo genommen und an den Kräften gezehrt haben. Leider gab es hier eine Passage, bei der ca. 2km übersprungen werden konnten, da sich der weitere Aufstieg mit der Lab-Station und dem Abgang überschnitten haben...

Streckenplan der Brother-Edition des Ultra Viking 2019 in Warstein
Der offizielle Streckenplan der Brother Edition 2019 in Warstein

An Hindernissen wurde alles aufgefahren, was Strong Viking derzeit im Portfolio hat. Für Ultras und Irons sollte an dieser Stelle mal wieder darauf hingewiesen werden, dass man sich gemäß des Pledges verpflichtet hat, für jedes gefailte Hindernis 10 Burpees zu machen! Darüber hinaus sollte es für jeden Läufer eine Selbstverständlichkeit sein, dass Carry-Hindernisse (Thors Odyssey) Mandatory sind und dort somit keine Alternativ-Burpees gemacht werden dürfen! Nein, daran ändert auch nichts der arme Volunteer, der von der Materie keine Ahnung hat (das ist kein Vorwurf gegenüber dem Volunteer, sondern gegenüber dem ganzen Beschiss durch unsere ach so ehrenhaften Teilnehmer)! Das steht nirgends festgeschrieben? Hört auf euch selber zu bescheissen, das ist eine Selbstverständlichkeit!

Ultra Death 1 & 2

Wer den Streckenplan genauer studiert, wird feststellen, dass gegen Ende der Runde die Hindernisse Ultra Death 1 & 2 sowie Ultra Glory verzeichnet sind. Als ich die erste Runde abgeschlossen hatte, kam mir genau das in den Sinn. Hatte Strong Viking diese Hindernisse etwa vergessen?! Ich sollte mich getäuscht haben. Hinter Ultra Death verbarg sich oben bereits angedeutete Skipiste, allerdings nun ergänzt um einen gemütlichen Sandbag-Carry! Die gesamte Piste musste mit Sandsack erklommen, an der Fahne gewendet und der Sandsack zurück zum Fuße der Piste gebracht werden. Danach ging es den gewöhnlichen Streckenverlauf weiter (also erneut die Piste hoch). An dieser Stelle muss lobend erwähnt werden, dass zumindest dieses Carry-Hindernis kontrolliert wurde und die Möglichkeit zum Skippen somit deutlich reduziert war.

Das Ding mit der Ehre unter den Teilnehmern...

Nachdem in den vergangenen Jahren beim Iron Viking die Strafen an den Hindernissen oftmals übersprungen wurden (bzw. ganze Hindernisse im wahrsten Sinne des Wortes im "Vorbeigehen" erledigt wurden), hatte man sich entschlossen einen Iron Viking Pledge zu erschaffen. Dieser wird seitdem zu Beginn eines Iron Vikings von allen Teilnehmern laut aufgesagt und besagt im Kern, dass für ausnahmslos jedes gefailtes Hindernis eine Strafe zu machen ist. An die Ultra- und Iron-Ehre wird dadurch zwar appelliert, aber jeder der eines der beiden Formate in den vergangenen zwei Jahren gelaufen ist, wird bestätigen, dass damit ab der Startlinie auch wieder Schluss ist.

 

Das Thema kann natürlich nicht verallgemeinert werden, allerdings muss ganz klar festgehalten werden, dass einige Teilnehmer bereits in der ersten Runde des Rennens angefangen haben zu bescheissen, Strafen zu verkürzen oder ganz zu skippen. Ich gebe selber zu, dass ich garantiert nicht immer 10 Burpees gemacht habe! Irgendwann kommt einfach der Punkt, wo der Kopf nicht mehr weiß, ob er beim hoch- oder runtergehen gezählt hat. Aber mit welcher Dreistigkeit viele Teilnehmer angefangen haben an Hindernissen eiskalt vorbeizugehen hat bei mir innerlich die Hoffnung auf höhere Ticket-Preise hervorgerufen, mit denen Marshalls bezahlt werden, die das Recht haben Teilnehmer von der Strecke zu entfernen! Ich vermute im übrigen, dass die höhere Anzahl an Volunteers in den Niederlanden einer der Gründe für das Verschieben des Ultras in 2020 nach Nimwegen ist.

 

Eine tolle Medaille und ein (peinlicher) Shirt-Fail

Finisher-Shirt, die Medaille, die Bib und die vier Bändchen für das erfolgreiche Finishen der jeweiligen Runde
Finisher-Shirt, die Medaille, die Bib und die vier Bändchen für das erfolgreiche Finishen der jeweiligen Runde

Nach hart erkämpften 62km, weit über 150 Hindernissen und einer undefinierbaren Anzahl an Höhenmetern (ich habe selten ein Rennen erlebt, bei denen die Angaben der verschiedenen Uhren widersprüchlichere Angaben hatten...) ist es schlussendlich allen unseren Ultra-Startern geglückt, das Ziel innerhalb des Timecaps zu erreichen. Für mich war es einfach nur ein wahnsinniger Moment, als ich endlich die begehrte Medaille in den Händen halten konnte bzw. um den Hals hängen hatte.

 

Im Zelt gab es dann noch das Finisher-Shirt, welches wie im vergangenen Jahr auch als Langarm-Shirt konzipiert war. In meinen Augen eine willkommene Abwechslung. Negativ sollte jedoch angemerkt werden, dass den Verantwortlichen ein in meinen Augen peinlicher Fauxpas unterlaufen ist, denn auf das Ultra-Shirt wurde der Iron Viking Pledge kopiert, ohne "Iron" durch "Ultra" zu ersetzen....

 

In Summe eine wirklich gelungene Veranstaltung. Ich hoffe man wird im kommenden Jahr in Nimwegen verstärkt aufpassen, dass die Leute nicht bewusst ganze Strafen überspringen bzw. Mandatory-Hindernisse auslassen. Ansonsten bin ich gespannt, wie gemein man die Skipiste mit in den Ultra-Parcours einbauen wird...

Zum Abschluss ein paar Impressionen von unseren Muddies im Einsatz bzw. Ziel

Danke!

An dieser Stelle noch einmal ein fettes Dankeschön an Andi von www.mudradar.de, der uns im Grunde die gesamte Saison über mit kostenfreien Fotos versorgt hat und der sich immer über einen Besuch auf der Homepage oder ein Dankeschön bei den Rennen vor Ort freut!